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Stephanie Megerle, Weinprinzessin aus Hagnau.

Stephanie Megerle

Weinprinzessin aus Hagnau.
„Man reift auch selbst, nicht nur der Wein.“
IM RHYTHMUS DER WEINLESE. Für viele gilt es als ausgewiesenes Qualitätskriterium, wenn ein Wein viele Jahre auf dem Buckel hat. Dass aber auch Frische dem guten Tröpfchen mehr als zuträglich ist, zeigt sich exemplarisch bei Stephanie Megerle. Die junge Hagnauerin ist nicht nur Badische Weinprinzessin 2018 / 19. Als jüngster Sproß einer Winzerfamilie trägt sie bewährte Traditionen weiter, bringt aber im Zusammenspiel mit ihrem Bruder Christian gleichzeitig neuen Esprit und frische Ideen in die Abläufe mit ein. Wir haben mit ihr gesprochen und spannende Einblicke erhalten in eine Welt, die sich im Rhythmus der Weinlese dreht.
Stephanie Megerle
Seit Generationen kennt sich die Familie Megerle bestens damit aus, wie aus den Früchten der Region etwas Köstliches wird: Die Trauben gehen – wie bei allen Winzern des Ortes – an die Winzergenossenschaft, wo sie zum beliebten Hagnauer Wein werden; dazu Obst, Apfelsaft, Konfitüren sowie leckere, wahrhaft geistreiche Destillate im Eigenvertrieb.
Stephanie Megerle
Weinreben
Stephanie Megerle gehört mit Anfang 20 zur jüngsten Generation. Als Badische Weinprinzessin ist sie nicht nur Repräsentantin ihres Familienbetriebs, sondern steht als Mitarbeiterin bei der Winzergenossenschaft Hagnau für die Tradition des Weinbaus in Hagnau und darüber hinaus. „Ganz einfach über eine Bewerbung“, so lautet ihre Antwort auf die Frage, wie man denn Weinprinzessin wird. Neben einer sympathischen Ausstrahlung sind natürlich auch Fachkenntnisse gefragt:
 
Vom Weinkeller bis zur Weinpolitik, Wissen über Anbau und Pflege gehören ebenso dazu wie einen Wein blind anzusprechen – der Fachbegriff für die fachmännische Verkostung und Prüfung. „Man ist ja so etwas wie die Schnittstelle zwischen den Weinbauern und der Öffentlichkeit“, erklärt Megerle. „Viele wissen ja gar nicht, was da alles dahintersteckt: Als Winzer ist man ja gleichzeitig Geologe, Biologe, Meteorologe... Eine umfassende und vielschichte Aufgabe. Man muss da schon mit Herzblut dabei sein.“

„Nach der Ernte ist vor der Ernte“

Äpfel
Destille
Megerle Likörflaschen

Mit Herzblut dabei

Die Welt der Megerles dreht sich im Rhythmus der Weinlese. Hier geben die Jahreszeiten den Takt vor. Es beginnt im Januar mit dem Rebschnitt, im Frühjahr folgt die Reberziehung. Ab Mitte August tritt die Reifephase ein. Hier beginnt die „Grün Lese“. Durch das Entfernen einiger erbsengroßer Beeren oder Halbieren der Trauben bleibt mehr Kraft für die übrigen Trauben. So wird der Rebstock entlastet und auch die Qualität erhöht.

Im Herbst ist es dann soweit: Das „Wimmle“ beginnt – so lautet im einheimischen Dialekt der Fachbegriff für das Ernten des Weins. Hektische Betriebsamkeit prägt das Geschehen, schließlich muss es schnell gehen: die gepflückten Trauben müssen noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Zwischendurch überzeugt sich der Fachmann – oder die Fachfrau – immer wieder von der Qualität der Trauben. Für Außenstehende erinnert der Refraktometer an eine nautische Apparatur zur Orientierung auf hoher See. Dabei dient das Gerät, auch als Oechslemesser bezeichnet, zur Bestimmung des Zuckergehalts in den Trauben, „je nach Lichtbrechung“, erläutert die junge Winzertochter. Ob die Süße ausschließlich mit technischen Hilfsmitteln festgestellt wird? „Nein, nicht nur“, lässt sie schmunzelnd wissen, „auch mit dem geschulten Gaumen.“

Die Ernte ist 100 % Handarbeit: Nicht nur die Traubenlese, auch das Pflücken des Obstes, das in der ruhigeren Jahreszeit zu feinen Destillaten gebrannt wird. Zahlreiche Auszeichnungen zeugen von der Spitzenqualität, die hier entsteht. So wurden jüngst der Williams-Christ mit Frucht, der Trester- und Quittenbrand mit der Goldmedaille des Verbands Badischer Klein- und Obstbrenner e.V. bedacht – und so zu „Baden Best Spirits“ gekürt.
Ernte der Weinreben
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